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Der Familienname Heitmüller — eine Spurensuche

Der Familienname Heitmüller — eine Spurensuche

Herkunft · Verbreitung · eine Familie

Nach meinen Recherchen ist es naheliegend, dass der Familienname „Heitmüller“ auf den Müller der Heidmühle (auch Heydmühle, Heydmolen) bei Barsinghausen, südwestlich von Hannover, zurückgeht. Die Mühle lag im Ortsteil Egestorf; namentlich erwähnt wird sie erstmals 1336, als die Herren von Goltern ihre Ansprüche an das Kloster Barsinghausen abtraten.

Dass Egestorf ein alter Mühlenstandort ist, wird sogar noch früher greifbar: Schon um 1215 nennt ein Lehensregister der Grafen von Hoya dort zwei Mühlen, und 1231 überlässt das Domstift Hildesheim dem Kloster Barsinghausen in Esedesthorp (Egestorf) drei Mühlen — gut ein Jahrhundert vor der ersten Nennung der Heidmühle selbst.

In den folgenden Jahrhunderten verbreitete sich der Name zunächst über die nahegelegenen Orte, und die frühesten Namensträger gruppieren sich auffällig eng um die Heidmühle: 1509 besitzt ein Bernd Heitmüller ein Haus in der Marktstraße zu Hannover; 1514 steht der Name auf der ersten Musterungsliste in Gestorf; von 1546 bis 1619 bewirtschaftet eine Heitmüller-Familie einen Hof zu Stemmen, und 1596 erhält Jobst Heytmoller ebendort eine Hufe vom Domkapitel Minden. Rund um Barsinghausen, Gestorf, Goltern, Egestorf, Sorsum und Roloven ist der Name über Jahrhunderte in dichter Folge nachweisbar — genau im Umkreis jener Mühle. Diese räumliche Nähe macht die Herleitung aus dem Mühlengewerbe sehr naheliegend; auch die niederdeutsche Namenkunde führt „Heitmöller“ schlicht als „Inhaber der Heidemühle“ (Hans Bahlow).

  • um 1215Ein Lehensregister der Grafen von Hoya nennt zwei Mühlen bei Egestorf; 1231 bestätigt das Domstift Hildesheim dort drei Mühlen.
  • 1336Erste urkundliche Erwähnung der Heidmühle selbst.
  • 1509Bernd Heitmüller, Hausbesitzer in der Marktstraße zu Hannover.
  • 1514Der Name auf der ersten Musterungsliste in Gestorf.
  • 1596Jobst Heytmoller erhält eine Hufe zu Stemmen (Kirchspiel Goltern).
  • um 1620Hans Heitmüller, Halbkötner in Gestorf — der Beginn meiner eigenen Linie.

Auch im angrenzenden Barsinghausen finden sich zahlreiche Spuren: Ein von Jobst Heitmüller geführter Vollmeierhof mit 100 Morgen Land ging 1620 in das Rittergut Rössing über, das noch heute in Barsinghausen-Stemmen zu besichtigen ist.

Zur Geschichte des Namens gehört auch ein Buchdrucker: Johann Heitmüller richtete 1656 in Helmstedt eine Druckerei ein, druckte am Hof von Schloss Bevern und wurde 1681 der erste Buchdrucker der Stadt Hameln; sein Sohn Andreas Henning führte die Druckerei in Höxter fort. Ein Verwandter, Adam Diederich Heitmüller, studierte in Helmstedt Theologie und wurde Pastor in Bassum.

Meine eigene Linie lässt sich lückenlos und datiert belegen — von Hans Heitmüller, um 1620 Halbkötner in Gestorf, über Völksen und Bredenbeck. Mitte des 19. Jahrhunderts ging Ernst Heinrich Ludwig Heitmüller als fürstlicher Kunstgärtner nach Königsbrück in Sachsen. Nach dem Zweiten Weltkrieg führte der Weg über Thalfang und Bayern schließlich nach Bonn und Berlin.

Grundlage sind die Kirchenbücher aus Gestorf, Völksen und Großgoltern, Bestände des Landesarchivs Nordrhein-Westfalen und des Niedersächsischen Landesarchivs, die sorgfältigen Ortsverkartungen des Genealogen Wolfgang Ewig sowie die namenkundliche Literatur. Über fünf Jahrhunderte zurück ist Heitmüller damit ein gut dokumentierter, sauber belegbarer Familienname. — Stand: 2026.

Schreibvarianten: Heitmüller · Heitmöller · Heytmüller · Heidmüller · Heidtmüller · Heitmiller · Heitmoller · Heidemöller · Heidemüller.